Das netzwerk n auf der KMGNE SommerUni 2018 in Karnitz

“Wie lässt sich Nachhaltigkeit und Klimawandel kommunizieren?” Eine SommerUni in Mecklenburg Vorpommern

 

Seit zehn Jahren veranstaltet das Kolleg für Management und Gestaltung nachhaltiger Entwicklung (KMGNE) eine “Internationalen Sommeruniversität” zum Thema Transmedia Storytelling des Klimawandels. Zur Präsenzphase wurde 2018 für zwei Wochen wieder auf den Projekthof Karnitz tief in Mecklenburg Vorpommern geladen, wo auch das netzwerk n vor Ort als Teilnehmer vertreten war.

Mecklenburg Vorpommern gilt als das dünnst besiedelte Bundesland. Karnitz (bei Neukalen) ist eindrucksvoller Zeuge dieser Gegebenheit. Lediglich über Feldwegen oder Schotterpisten zu erreichen, umgeben von Feldern, Seen und Schafweiden liegt das Idyll am Rande der Mecklenburgischen Schweiz . Die rund 20 Teilnehmenden aus Europa und Chile waren gemeinsam im Hof und auf dem umliegenden Gelände in Bauwägen und Zelten untergebracht. Die professionell betrieben Küche versorgte die gesamte Gruppe jeden morgen mit selbstgebackenem Brot und über den Tag mit Gekochtem aus der Region. Vorträge und Gruppenarbeiten fanden in einer offenen Halle mit Lehmbauwänden und auf dem großzügigen Außengelände statt. Nach den gehaltvollen Lehrtagen konnten sich die Kommilitonen am allabendlichen Lagerfeuer austauschen. Ein relativ ungewöhnlicher Hochschulalltag.

Die erste Woche war vor allem durch vielseitige Inputs der Dozierenden, sowie der Szenarienarbeit in Kleingruppen gekennzeichnet. Dabei stand die Methode, das transmediale Storytelling, wie auch das Thema selbst, die Kommunikation über den Klimawandel, im Mittelpunkt. Gleich zu Beginn machte Joachim Borner, Kopf des KMGNE und Organisator der Sommer Uni deutlich, dass das heutigen Narrativ des Klimawandels nicht zur Veränderung im Handeln führe. Um zu einer breiten gesellschaftlichen Überzeugung zu gelangen, brauche es neue Kommunikations- und Steuerungsformate.

Der daraus hergeleitete künstlerische Zugang zu der sonst so faktenbasierten Thematik spiegelte sich auch in der Referentenwahl wieder. Neben dem Soziologen Joachim Borner selbst, referierten u.a. Kunsthochschuldozenten, Biologen, Filmwissenschaftler und Klimakünstler über den Umgang bzw die Darstellung mit dem Mensch-Umwelt-Konflikt in den jeweiligen Fachbereichen. Diese hohe Interdisziplinarität warf dabei ungeahnte, spannende und mit unter polarisierende Perspektiven auf, welche die Teilnehmenden daraufhin in Kleingruppen in ihrer Szenarienarbeit reflektierten. Durch eine parallel laufenden Mitmach-Kunst-Aktion auf dem Projekthof, kam es vor und nach dem Tagesprogramm im wieder zu fruchtbarem Austausch zwischen den Teilnehmenden, lokaler Bevölkerung und anwesenden Künstlern aus der Region. Die Ergebnisse der ersten Woche wurden abschließend in Form von Theaterstücken, Hörspielen und transmedialen Formaten präsentiert.

In der zweiten Woche konnten die Teilnehmenden zwischen fünf verschiedenen Workshops auswählen. Dabei standen audiovisuelle Medien, Animation, Malerei, Tanzperformance und transmedialen Formaten zur Auswahl, um sich weiter konkret mit den einzelnen Aspekten der Klima- und Nachhaltigkeitskommunikation auseinanderzusetzen. Durch die intensiven Arbeitsprozesse bis teilweise spät in die Nacht, wurde der gesamte Projekthof während dieser Woche zum Filmstudio, Redaktionsbüro, Tanzbühne und Atelier umfunktioniert. Schließlich wurden am letzten Tag die Ergebnisse, als eine Ausstellung über das gesamte Gelände, gemeinsam gesichtet, begangen und diskutiert.

Die KMGNE Sommer Universität bietet, neben dem unkonventionellen Zugang zum Thema Kommunikation des Klimawandels und nachhaltiger Entwicklung, auf dem Projekthof Karnitz eine sehr anregende und familiäre Atmosphäre. Wer Resonanz verspürt, sich mit den drängenden Fragen der nachhaltigen Entwicklung in einem naturnahen und inspirativen Umfeld auseinanderzusetzen, dem sei diese Veranstaltung wärmstens empfohlen.

Die Links zu den Ergebnissen, inhaltichen Impressionen und weiteren Infos:

  • Videoclips:

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