3. perspektive n an der Universität Witten/Herdecke

Nachhaltiges Handeln: Vom Individuum zur Organisation

Wir wollen selbstständig handeln, die Politik soll überhaupt mal handeln und die Wirtschaft handelt mit Emissionspapieren. Und wie handeln die Hochschulen?

Die Students For Future haben für die Woche vom 25.-29. November zu einer “Public Climate School” aufgerufen. Deutschlandweit sollten Hochschulen sich für alle Teile der Gesellschaft öffnen, um gemeinsam Lösungsansätze für die Klimakrise zu diskutieren, sich auszutauschen und weiterzubilden. Verschiedene Initiativen und Institutionen der Universität Witten/Herdecke (UW/H), die sich mit Nachhaltigkeit und Klimafragen auseinandersetzen, sind diesem Ruf gefolgt und haben gemeinsam eine Woche mit vielfältigem Programm zusammengestellt. Dabei sollte das Spannungsfeld zwischen Individuum, Gesellschaft, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik aufgezeigt werden. Hierbei ist es ein besonderes Ziel, auf diesen Ebenen Bildungsarbeit zu leisten. Zusammen mit der gesamten Stadtgesellschaft sollten Räume für Austausch, Diskussion, Wissensweitergabe und Mitgestaltung entstehen. So kann in öffentlichen Podiumsdiskussionen, Workshops, Vorträgen und weiteren Veranstaltungsformaten informiert, hinterfragt und debattiert werden.

© Universität Witten/Herdecke

Am Donnerstag, den 28. November 2019, nahmen circa 40 Studierende und Mitarbeitende an der bereits dritten perspektive n teil, die an der UW/H veranstaltet wurde. Das Thema lautete “Nachhaltiges Handeln: Vom Individuum zur Organisation”.

Vom individuellen zum organisationalen Handeln

Zuerst haben wir über die individuellen Handlungsmöglichkeiten für den Klimaschutz und den großen Begriff der Nachhaltigkeit diskutiert. Viele wollen aktiv werden und setzen sich für nachhaltige Themen ein. Doch befinden wir uns oft in der Situation, an Bereiche zu stoßen, in denen wir unser Handeln aus individuellen Gründen noch nicht verändern können. Die Umweltpsychologin Eva Junge hat uns ein umweltpsychologisches Modell an die Hand gegeben und zur Diskussion gestellt.

Das Modell bezieht verschiedenen Gesichtspunkte mit ein. So ist die persönliche ökologische Norm ein großer Teil, der unser Handeln beeinflusst. Darunter fallen zum Beispiel die Information, die wir haben, unsere Selbstwirksamkeit und unser Verantwortungsgefühl. Außerdem beeinflussen soziale Normen unser Handeln. Was macht unser Umfeld? Was erwarten andere von mir? Wir denken über die (Verhaltens-) Kosten und Nutzen nach und wägen ab. Darüber hinaus lenken auch Emotionen und Gewohnheiten unser Verhalten. Viele Dinge tun wir, weil wir sie schon immer so tun und eben nicht anders.

Im zweiten Teil sollte diskutiert werden, welche Rolle Hochschulen in der Klimadebatte spielen. Wir wollten über das Handeln von Hochschulen und ihre nachhaltige Entwicklung sprechen und gemeinsam auch die UW/H ins Rampenlicht stellen. Dabei hat sich unser Universitätspräsident sehr über die vielen Anregungen, Ideen und Standpunkte der anwesenden Studierenden gefreut. Es wurden Vorschläge gesammelt, wie die Universität spezifisch im Betrieb nachhaltiger werden kann. Studierende wünschten sich so zum Beispiel eine emissionsneutrale Universität, eine bessere Mülltrennung, Recycling-Druckerpapier und eine Nachhaltigkeitsmanagerin für die UW/H.

Wir schauen zurück auf anregende Diskussionen und am Ende gesammelte Potentiale, die das Publikum für die weitere Entwicklung der Universität im Bereich Nachhaltigkeit noch sieht.

Ein Gastbeitrag vom Initiativlabor der Universität Witten/Herdecke

 

Diskutanten und Diskutantinnen:

  • Dr. Martin Butzlaff, Präsident der UW/H
  • Eva Junge, Umweltpsychologin vom wandelwerk
  • Patrick Schulz, Student und Gründer der Initiative bochumbolzt
  • Nele Hoge, netzwerk n
  • … und alle Anwesenden

Moderation: Annika Taubert, netzwerk n

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