Ein transformatives und lernreiches Jahr im NRW-Projekt

Von kleinen Schritten zum großen Programm

Es erscheint schon viel länger her, dass wir im September 2019 mit dem Regionalprojekt „Studierende gestalten nachhaltige Hochschulen“ in Nordrhein-Westfalen gestartet sind. Die laufende Unterstützung der Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW hat diese spannende Reise zur Stärkung von studentischem Engagement möglich gemacht.

Wir haben eine Multiplikator*innen-Schulung entwickelt, um Studierende auf lokaler Ebene in ihrem Engagement zu fördern. Mit ihnen zusammen wollten wir Austauschräume schaffen und Impulse setzen, um Hochschulen im Bundesland nachhaltig zu verändern.

Mit 15 motivierten Studierenden sind wir im Wintersemester 2019-20 in das Programm gestartet und haben im Februar 2020 ein erstes Dialogforum durchgeführt Dort konnten Studierende, Dozierende, Hochschulmitarbeitende und Hochschulleitungen diskutieren, wie nachhaltig sie die Hochschullandschaft in NRW empfinden und wo es deutlich mehr Visionen und Handlungen braucht.

Von Präsenz zu Digital

Ab dem Frühjahr hat die Pandemie Präsenzschulungen zwar unmöglich gemacht, aber die Motivation, das Projekt weiterzuentwickeln und neue Wege zu finden, wurde keineswegs gedämpft. Wir haben die Umstände als Chance genutzt, um uns den digitalen Raum zu erschließen und einen interaktiven Selbstlernkurs zu erschaffen.

Neben dem herausfordernden Aufbau einer geeigneten Kursplattform, der Neustrukturierung aller Schulungsinhalte für ein Selbstlernformat, der Anpassung an die digitalen Umstände und der Übersetzung von analogen Methoden ins Virtuelle, haben wir als Kursteam viel darüber gelernt. Nicht nur das Format hat sich geändert, wir haben uns auch Gedanken dazu gemacht, wie wir selbst Bildung für nachhaltige Entwicklung verstehen und wie sie auch andere erreicht – gerade in Zeiten voller digitaler Angebote.

Mit 20 Teilnehmenden in der ersten Kohorte im Sommersemester 2020 und 18 neuen Personen dieses Wintersemester, hat sich gezeigt, dass auch Online-Räume viel Potenzial mit sich bringen, um Studierende in ihrem Engagement und regionale Vernetzung zwischen Hochschulen zu fördern. Das schnell zugängliche und flexible Format erlaubt es womöglich sogar, dass der Multiplikator*innen-Effekt noch breiter sein wird, als vorher.

Ein Netzwerk erwacht zum Leben

Stichwort Vernetzung durch digitale Verbindungen: Zu Anfang des Projekts stand auch die Gründung eines regionalen Netzwerks für nachhaltige Hochschulen im Fokus. Nicht nur Multiplikator*innen aus den Schulungen sollten dort einen Ort für Austausch und gemeinsame Projekte finden, sondern auch engagierte Studierende auf der Suche nach Gleichgesinnten.

Mit einem Auftakttreffen im Oktober 2019 haben wir den Grundstein gelegt. Seitdem wächst die Gruppe beständig in den monatlichen Vernetzungstreffen. Vertreter*innen aus Initiativen, Hochschulgruppen, Students for Future und Green Offices haben den Weg ins Netzwerk gefunden und bringen ihre Herausforderungen aber auch Beispiele des Gelingens mit ein, um sich gegenseitig zu unterstützen.

Von einem gemeinsamen offenen Brief an die Bau- und Liegenschaftsbetriebe in NRW bis zum Erfahrungsbericht einer nachhaltigen Orientierungswoche für Erstsemester sind schon einige inspirierende Hinweise zusammengekommen. Auch hier hat die Pandemie Einschränkungen mit sich gebracht aber es auch ermöglicht, dass Personen aus allen Ecken Nordrhein-Westfalens sich hinzuschalten, das Netzwerk kennenlernen und sich ihm zugehörig fühlen.

Die Reise geht weiter

Das NRW-Projekt hat sich in den vergangenen Monaten stark gewandelt und neu erfunden. Im Laufe dieses Jahres haben sich im Projekt Kontakte gefunden, es wurden Gespräche angestoßen, neue Methoden ausprobiert, digitale Experimente gewagt und so einige studentische Projekte zu nachhaltiger Entwicklung erarbeitet, die sich nun in der Umsetzung befinden.

Wir blicken zurück auf ein Projekt, welches für uns als Team zu einer wahren Lernreise geworden ist und freuen uns auf alle zukünftigen netzwerk n Aktivitäten in Nordrhein-Westfalen. Wer mehr über das Projekt und die bisherigen Meilensteine erfahren möchte, kann direkt im Online-Kurs reinschauen oder weiter im Blog stöbern.