Logbuch der Veränderung
Logbuch der Veränderungen

“Logbuch der Veränderungen“ – zum Lockdown über Weihnachten wieder geöffnet

Liebe Studierende,

auch Weihnachten war dieses Jahr anders. Der zweite Lockdown führt die weitreichenden Veränderungen aufgrund der Corona-Pandemie vor Augen. Wir laden euch wieder ein, im bürgerwissenschaftlichen Forschungsprojekt „Logbuch der Veränderungen“ eure Beobachtungen zu Veränderungen im Alltag zu dokumentieren.

Seit dem 16. Dezember kann man wieder hier mitmachen. Ihr könnt eure Beobachtungen zu folgenden Leitfragen schildern:

  • Wie ist Ihr Rückblick auf neun Monate Corona-Pandemie? Welche Veränderungen sind schon Alltag?
  • Wo beobachten Sie Veränderungen gegenüber dem ersten Lockdown?
  • Wie wollen Sie Weihnachten feiern? Haben Sie sich zum neuen Jahr etwas Besonderes vorgenommen, das Sie tun möchten?

Bereits am 26. März 2020 ging das Logbuch Forschungsprojekt der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde online. Insgesamt 906 Logbucheinträge, darunter 474 Einträge von Mehrfachschreiber*innen, sind bislang eingegangen. Es haben sich Studierende, Angestellte, Unternehmer*innen und Rentner*innen am Logbuch in drei Erhebungsphasen beteiligt:

1) 1. Lockdown (26. März bis 19. April 2020) mit 409 Einträgen,

2) erste Lockerungen (20. April bis 24. Juni 2020) mit 419 Einträgen und

3) Neue „Normalität“ (1. bis 15. September 2020) mit 78 Einträgen.

Die Logbuchschreiber*innen stellen in der qualitativen Tagebuchstudie eine Fülle an Beobachtungen aus ihrem Alltag inmitten drastischer Veränderungen bereit. Das Material beschreibt unmittelbar gesellschaftliche Umbrüche, weil die Bürgerinnen und Bürger praktisch seit Beginn des ersten Lockdowns aus ihrer Perspektive schreiben und auswählen, was ihnen wichtig ist.

Aus dem Material hat das Forschungsteam bislang 25 Alltagspraktiken und Routinen identifiziert, die sich in der Pandemie verändert haben. Das sind Alltagshandlungen, die von den vorhandenen materiellen Voraussetzungen (z.B. Infrastruktur, Dinge, Geräte), den Kompetenzen (z. B. Wissen, Fähigkeiten, Erfahrungen) und dem Sinn, den die Menschen in einer Handlung sehen (z.B. Werte, Motive, Emotionen), geprägt wird. Beispiele sind Spazierengehen, die Planung von Einkäufen, Arbeiten von zu Hause oder Video-Konferenzen.

„Diese Praktiken schauen wir uns genau an, um zu analysieren, wie Menschen die erzwungenen Umbrüche gestalten. Wir fragen, ob sie dadurch eine Veränderungskompetenz erworben haben und ob man diese auch für den Umgang mit Nachhaltigkeitsherausforderungen wie den Klimawandel nutzen kann,“ skizziert Benjamin Nölting den Forschungsansatz.

Das Projekt bemüht sich darum, die Bürgerwissenschaftler*innen noch stärker ins Projekt einzubeziehen. Ergebnisse sollen mit Logbuchschreiber*innen und Bürger*innen in Online-Workshops diskutiert und gemeinsam bewertet. Weiterhin wird ein Beirat aus Logbuchschreiber*innen gebildet, der die Projektentscheidungen wie z. B. die konkreten Fragen an die Logbuchschreiber*innen oder Phasen der Öffnung und Schließung kritisch begleitet.

 

Forscht mit! Dokumentiert eure Beobachtungen und Einschätzungen im “Logbuch der Veränderungen“ !

 

Bei Fragen wendet euch gern an uns. E-Mail: logbuch@hnee.de

 

Dr. Wiebke Crewett, Dr. Uwe Demele, Dr. Bettina König, Prof. Dr. Benjamin Nölting

Forschungszentrum [Nachhaltigkeit – Transformation – Transfer] www.hnee.de/de/NTT

Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde