Tag der Vernetzung 1

Die Nachhaltigkeitstransformation der Hochschulen nimmt Fahrt auf!

Tag der Vernetzung

Um neue Kooperationen und inspirierende Ideen reicher, um weiße Flecken ärmer, –  so könnte man den Zustand der studentischen Nachhaltigkeitslandschaft in Deutschland und Österreich nach dem Tag der Vernetzung am 12. Juni beschreiben. Live aus dem Hauptstadtstudio ermöglichten unsere charmanten Tagesschausprecherinnen Lilly und Kira den Vernetzungswilligen zunächst einen Blick auf die motivierenden Erfolgsstories hochschulübergreifender Kooperation: die virtuelle Reise führte von den Nachhaltigkeitswochen in BaWü, über die Springschool in NRW bis zum politischen Ringen um die Novellierung des Landeshochschulgesetzes in Schleswig-Holstein. Gemeinsam können wir Großes schaffen, so die initiale Botschaft der Projektpat*innen.

Auf die schönen Reden folgten dann auch Taten: Mit frischer Motivation ging’s in die regionalen Vernetzungstreffen von NORD, über MITTE, WEST, BAWÜ bis in den SÜDOSTen. Wer sind wir, woran arbeiten wir wofür und welche Herausforderungen und Ideen haben wir? – darüber tauschten sich die Vertreter*innen der einzelnen Initiativen in ihrer jeweiligen Region aus. Während manche Netzwerke wie das SINNsüdost schon seit einige Jahren konsolidiert sind, wurde in anderen Regionen wie dem Norden erst der Grundstein für hochschulübergreifende Vernetzung gelegt. Zusätzliche Impulse erhielten die Teilnehmenden im Anschluss an die erste regionale Austauschrunde in überregionalen Workshops mit den Schwerpunkten Landeshochschulgesetz-gebung, Nachhaltigkeitswochen, Bau- und Liegenschaftsbetriebe, Green Offices und Fördermöglichkeiten für studentische Initiativen. Das neu erlangte Wissen wurde von den Teilnehmenden anschließend in die zweite Regio-Runde am Nachmittag getragen und dort mit den bereits bearbeiteten Themen verwoben. Die vielen Ideen vom überregionalen Green Office, gemeinsamen Kampagnen zur Hochschulgesetzgebung, Vernetzung von Initiativen und hochschulpolitischen Akteur*innen, einem Katalog zur Aufgabenverteilung in Netzwerken bis zu “Klassenfahrten” zwischen Initiativen haben uns begeistert!

Neue Kontakte wurden geknüpft, übergreifende Problemstellungen kollegial beleuchtet und neue Perspektiven und Horizonte skizziert. Die sozial-ökologische Transformation unserer Gesellschaft erfordert das Gehen weiter Wege, gesäumt sowohl mit Hindernissen als auch spektakulären Ausblicken. Mit dem Tag der Vernetzung sind wir wieder einmal eine spannende Etappe auf diesem Weg gegangen – die Nachhaltigkeitstransformation der Hochschulen nimmt Fahrt auf!

Regio n Süd Baden-Württemberg (Leni und Adrian)
Beim Tag der Vernetzung moderierten wir den Austausch von einigen Teilnehmenden verschiedener Studi-Initiativen aus Baden-Württemberg. Die Gruppe war heterogen in Bezug auf die Länge ihres bisherigen Engagements, Wissen zu nachhaltiger Hochschulentwicklung und des Studienhintergrunds. Mit dem gemeinsamen Ziel der nachhaltigen Transformation ihrer Hochschulen fanden sie schnell Anknüpfungspunkte und viele spannende Diskussionsthemen.
In einem ersten Vernetzungsblock moderierten wir das gegenseitige Kennenlernen und das Erarbeiten einer ersten Vision für die zukünftige Zusammenarbeit. Im zweiten Block leiteten wir durch den Austausch über verschiedene Thementische und das weitere Vorgehen der Anwesenden, um die Vernetzung in Baden-Württemberg z.B. durch gemeinsame Exkursionen voranzutreiben.

SINNsüdost (Teo Rösslein)
Im Vernetzungsraum „Südost“ waren Initiativen aus Bayern und Österreich vertreten (Bayern: SinnSüdost, Umweltreferat TUM, Umweltreferat LMU, RefÖko Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Netzwerk Nachhaltigkeit Regensburg; Österreich: forum n + Umweltreferat Uni Salzburg). Eingebettet in die überregionale Vernetzung hatten diese Initiativen in zwei Arbeitsblöcken Zeit sich gegenseitig kennen zu lernen, auszutauschen und gemeinsame Ziele und Projekte zu entwickeln.

Block 1 „Kennenlernen – Orientieren – Anpacken“ wurde mit einer Initiativen-Galerie eröffnet. Die anwesenden Vertreter*innen hatten die Gelegenheit ihre Initiativen vorzustellen und den anderen Teilnehmenden ein Bild von den aktuellen Projekten und Herausforderungen zu vermitteln. In diesem ersten Schritt hatten die Teilnehmenden auch die Gelegenheit ihre Erwartungen an das Vernetzungstreffen reflektieren und artikulieren. Da sich im Gallery-Walk keine konkreten Herausforderungen oder Ideen herauskristallisierten, die in der nachfolgenden Arbeitsphase direkt hätten bearbeitet werden können, entschied sich die Gruppe über die grundsätzliche Weiterentwicklung der Vernetzung in der Region „Südost“ nachzudenken. Mithilfe der Methode „Kopfstand“ erarbeiteten die Teilnehmenden allgemeine Antiziele und Ziele eines regionalen Vernetzungsprozesses und definierten darauf aufbauend den Status Quo der bisherigen Vernetzungsaktivitäten in der Region „Südost“. Zentrales Ergebnis der allgemeinen Vernetzungsreflexion war die Erkenntnis, wie entscheidend es ist Kräfte zu bündeln und gute persönliche Beziehungen aufzubauen. Der Status Quo umfasste sowohl Stärken & Chancen sowie Schwächen & Herausforderungen. Als besonders vielversprechend betrachteten die Teilnehmenden allem voran die Tatsache, dass mit dem SINNSüdost und dem netzwerk n in dieser Region bereits zwei potente Vernetzungsakteure aktiv sind. Bewusstsein und Motivation für die Vernetzung sei darüber hinaus vorhanden. Trotz allem stellte die Gruppe aber auch fest, dass bisher noch zu wenige bayerische und österreichische Initiativen bei SINNSüdost vertreten sind. Darüber hinaus herrschte Einigkeit, dass der Austausch mit der Landes-Asten-Konferenz (LAK) und dem Netzwerk Hochschule und Nachhaltigkeit Bayern verbessert werden müsse.

Aufbauend auf diesen Überlegungen entwickelten die Teilnehmenden im Block 2 „Integrieren & Reflektieren“ noch einige Ideen für das kommende Wintersemester. Diese reichen von einem regionsweitem Präsenztreffen Anfang WS 21/22, über digitale Spieleabende zu Zwecken des Teambuildings, bis hin zu einem regionsübergreifenden Übersichtstool für Projekte und anstehende Aufgaben. Nach der gemeinsamen Vorbereitung eines Elevator-Pitches für die überregionale Abschlusspräsentation, fand das regionsinterne Arbeiten in einer Reflexionsrunde seinen Abschluss.

Regio n Mitte
Kira und ich (Beni) haben den Austauschraum für die Region Mitte moderiert. Es waren ca. 7/8 TN aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Hessen dabei (nicht alle Angemeldeten, aber genug für guten Austausch). Nach einer allgemeinen Vorstellungsrunde der diversen Inis und Menschen haben wir Herausforderungen zusammengetragen, die dann im Laufe des Tages nach und nach durch uns moderiert diskutiert wurden. Themen waren:

  • wie kann man effektiv Forderungen an die Hochschule stellen?
  • wie kann man verschiedene Interessengruppen zu einer NH-Lobby verknüpfen?
  • Green Offices (Integration in Uni, Förderung, etc.)
  • was tun gegen Coronamüdigkeit und wie kann man ein diverseres Publikum ansprechen?

Die TN kamen alle zu Wort und haben sich sehr über den gegenseitigen Input gefreut. Kontakte wurden ausgetauscht.

Regio n West (Japser& Lilly)
Im westlichsten Westen sind wir mit sieben Teilnehmenden in den Tag der Vernetzung gestartet. Nach einem kurzen Check-In ging es direkt zum Speeddating, wo sich jeweils zwei Personen miteinander austauschen konnten. Mithilfe von Initiativen-Steckbriefen stellten wir dann jeweils die Gruppen vor, aus denen die Personen kommen. Anschließend sahen wir uns die gemeinsamen Herausforderungen, Projekte und Möglichkeiten weiterer Vernetzung an. Hier stellte sich heraus, dass beispielsweise viele Gruppen mit dem Thema Nachhaltige Mensa zu tun hatten. Bei den Herausforderungen zeigten sich deutlich die Auswirkungen der vergangenen Corona-Digital-Semester. Es wurde berichtet von digitaler Veranstaltungs- und Bildschirmmüdigkeit, es gestaltet sich als schwierig, neue nicht-aktive Studis zu erreichen und zu mobilisieren. Gleichzeitig stellen auch die Hochschulstrukturen und eine träge Verwaltung die Inis immer wieder vor neue Herausforderungen. Nach einer weiteren Runde in Break-Out Sessions ging es dann aber auch für die Teilnehmenden zu den Themenräumen. Gemeinsam erstellten wir zum Abschluss noch eine Roadmap mit Ausblick auf das kommende Semester. Spontan bildete sich noch eine Gruppe, die sich mit den Landeshochschulgesetzen und der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen im kommenden Jahr auseinandersetzen möchte. Wir sind gespannt, was hier wohl noch passiert!

Regio n Nord (Andra & Melli)
Bei dem Treffen waren 5-6 Menschen aus verschiedenen Initiativen aus Kiel (auch als Repräsentant des schon bestehenden Netzwerks Schleswig-Holstein), Witzenhausen, Hildesheim & Emden-Leer. Beim Austausch über die jeweiligen Initiativen und ihre Arbeit und Herausforderungen, hat sich schnell herausgestellt, dass fast alle den Wunsch teilen, dass sie gerne mehr und Größeres erreichen wollen, als ihnen mit einer lokalen Initiative möglich ist und daher die Organisation und Arbeit in einem größeren Netzwerk sehr gewünscht ist. Es ist die Idee entstanden, das schon bestehende Schleswig-Holsteiner Netzwerk zu erweitern und die anderen eventuell einzugliedern. Ein Ziel aller war es, bezahlte Stellen überall zu schaffen, die sich für Nachhaltigkeit einsetzten und vereinzelte Bemühungen verschiedener Initiativen und Green Offices bündeln können. Dabei ist die Vision eines hochschulunabhängigen “übergeordneten” Green Offices für ganz Norddeutschland entstanden, das auch auf landespolitischer Ebene agieren könnte. Es wurden weitere Ideen gesponnen, auch inspiriert durch die Thementisch und schließlich Kontakte ausgetauscht und ein weiteres Treffen vereinbart.

 

Austauschräume

GreenOffice (David)
Zur Vorbereitung wurde ein inhaltlicher Input gestaltet, der das Thema „Nachhaltigkeitsstrukturen an Hochschulen“ den Teilnehmenden näher bringen sollte. Danach wurde mithilfe von Leitfragen ein Austausch über das Thema gestaltet.

Hierbei wurden Ideen gesammelt, wie Green Offices finanziert werden können, wie sie demokratisch legitimiert werden können und was die sinnvollste Integration innerhalb der Hochschulstrukturen ist. Darüber hinaus wurde viele Fragen dazu beantwortet, wie ein „Green Office“ aus einer Studierendenposition angestoßen werden kann und was dabei das beste Vorgehen ist.

Liegenschaftsbetrieben (Till)
Liegenschaftsbetriebe sind ein wichtiger Akteur bei der Umsetzung von Nachhaltigkeit an Universitäten, doch wie sie funktionieren, welche Kompetenzen sie haben und welchen Auftrag ist vielen schleierhaft.

Deswegen haben wir uns mit Ihnen auseinander gesetzt um ein wenig Licht in die Sache zu bringen und die Komplexität greifbar zu machen. Dazu haben wir uns die Arbeitsweisen, Aufgabenbereiche und Organisation von Liegenschaftsbetrieben angeschaut und diskutiert und erläutert.

Nachhaltigkeit und Hochschulgesetznovellierung (Lilly & Marla) Die Teilnehmenden kamen aus studentischen Initiativen ganz Deutschlands und hatten zum Teil umfängliches Wissen zum Thema Landeshochschulgesetze und Nachhaltigkeit. Der Fokus des Austauschraumes galt der möglichen und strategischen inhaltlichen Forderungsebene innerhalb eines Novellierungsprozesses. Der Inputbeitrag der Climate Clinic, einer Initiative zur Beratung zum Thema Recht und Nachhaltigkeit, hat die Teilnehmenden besonders abgeholt. Es ist deutlich geworden, das ihnen der Zugang zu diesem Beratungsangebot künftig helfen wird. Ein zweiter Input hat zum Schluss nochmal die Möglichkeit gegeben den Blick vom Inhalt nun auf strategische Aspekte eines erfolgreichenLobbyings im Novellierungsprozess zu richten. Einige Interessierte nahmen das Angebot, der Students for Future Hochschulgesetz-Gruppe beizutreten an, um künftig regelmäßigen deutschlandweiten Wissensaustausch zu organisieren.

Nachhaltigkeitswochen (Anna)
Nachhaltigkeitswochen haben in den letzten Jahren an vielen Hochschulen und teils überregional stattgefunden. Anna Struth gab Einblick in die Struktur der Nachhaltigkeitswochen an Hochschulen BaWü in der Studierende aus 19 Hochschulen gemeinsam über 2 Wochen hinweg 160 Veranstaltungen organisierten. Eine Kerngruppe stellte hierbei die digitale und planerischen Infrastruktur bereit, in die Lokalgruppen ihre Programmpunkte einbringen konnten. Ziel war es dabei, die Aufmerksamkeit auf das Thema Nachhaltigkeit an Hochschulen zu lenken, Verbindungen zu den verschiedensten Fachrichtungen aufzuzeigen und mit einem Forderungspapier auch politische Veränderungen auf Hochschulen sowie Landesebenen anzustoßen. International gibt es auch einen Zusammenschluss: die “Sustainability Weeks International” die viele Ressourcen zu Verfügung stellen.
Im Austausch sammelten wir neue Ideen für Partner*innenschaften, erarbeiteten unterschiedliche Strategien und tauschten Erfahrungen an anderen Standorten aus.

Fördermöglichkeiten für studentische Nachhaltigkeitsinitiativen
Ziel des Austauschraumes war, sich im Mehrebenensystem – EU, Bund, Land und kommunale Ebenen – die unterschiedlichen Organisationen und Programme zu erarbeiten, die Fördermöglichkeiten anbieten. Gleichzeitig diskutierten wir, wie der Weg zu möglichen Förderungen für studentische Initiativen aussehen könnte. Hier wurde deutlich, dass es viele Fördermöglichkeiten gibt, die Hürden für die Beantragung der Fördermöglichkeiten aber sehr hoch sind. Wir werden uns weiterhin mit dem Thema austauschen. Das netzwerk n bietet mit der Ideenschmiede die Möglichkeit an, mit dem netzwerk n neue Projekte zu beantragen, die an eurer Hochschule Wirkung entfalten. Termine zur nächsten Ideenschmiede findet ihr im Blog des Forums auf der plattform n.