Grüner Campus

Mobilitätskonzept Campus Westerberg

Universität Osnabrück

Foto: GB Kommunikation Hochschule Osnabrück

Universität und Hochschule Osnabrück haben ein Mobilitätskonzept für den gemeinsamen Campus Westerberg erstellt. Das Leitbild des Konzepts ist die langfristige Förderung des Rad- und Fußverkehrs durch einen nahezu auto­freien Campus.

Das Gelände für das Mobilitätskonzept befindet sich auf dem Areal einer früheren Kaserne mitten in der Stadt. Dieser gemeinsam von Universität und Hochschule Osnabrück genutzte Wissenschaftsstandort hat in den zurückliegenden Jahrzehnten einen großen Wandel erfahren. Nach dem Freiwerden der militärischen Liegenschaft haben wir eine Konzeption zum städtebaulichen und freiraumplanerischen Entwicklungspotential des Hochschulgeländes erstellt. Städtebaulich gab es nun einen Masterplan, was aber fehlte, war ein angepasstes Mobilitätskonzept zur Erschließung des Areals. Bis dahin konnten wir Maßnahmen teilweise nicht umsetzen, weil sich freiraumplanerische Entscheidungen manchmal gegenseitig bedingen und deshalb einen konzeptionellen Gesamtrahmen brauchen. Das Mobilitätskonzept sollte das an beiden Hochschulen vorhandene „Betriebliche Mobilitätsmanagement“ und die damit einhergehenden wichtigen Entscheidungen deutlich unterstützen.

Die für das Gebäudemanagement zuständigen Abteilungen haben zusammen mit der Umweltkoordinatorin und Klimaschutzmanagerin der Hochschulen den Präsidien vorgeschlagen, mithilfe eines externen Planungsbüros ein gemeinsames Konzept für das Areal zu erstellen. Zur Finanzierung der Fachplaner*innen stellten die Hochschulleitungen zusätzliche Mittel bereit. Die beiden Präsidien der Hochschulen beschlossen 2017, dieses Mobilitätskonzept gemeinsam nach Kriterien der nachhaltigen Entwicklung zu erarbeiten.

→ Reduktion der verkehrsinduzierten CO2-Emissionen und Erhöhung der Aufenthalts- und Nutzungsqualität des Universitätsaußengeländes

→ Strukturierung und Reduzierung des MIV zugunsten des Umweltverbunds

→ Verbesserung der Wegeverbindungen für zu Fuß Gehende und Mobilitätseingeschränkte

→ Förderung des Radverkehrs

→ Förderung der Verkehrssicherheit

→ Erhöhung Aufenthalts- und Nutzungsqualität

von allen akzeptierte Bestands- und Bedarfsanalysen

Klärung, ob die Zuordnung von Parkflächen und Radabstellanlagen korrekt ist oder ob alle Flächen wirklich mit der richtigen Nutzung ausgewiesen wurden (z.B. Feuerwehrumfahrten)

Ermittlung anerkannter Stellplatznachweise für Autos und Räder

Ermittlung des Mobilitätsverhaltens der Nutzer*innen der zwei Hochschulen durch Befragung (Fragebogen) und Kamerazählung

Das Mobilitätskonzept Grüner Campus bietet die Grundlage, auf der die beiden Hochschulen in den nächsten Jahren zusammen mit der Stadt Osnabrück und den Stadtwerken konkrete Maßnahmen umsetzen. Dabei gilt: Das Gelände, das sich zwei große Wissenschaftsorganisationen teilen, betrachten wir durch die gemeinsame Arbeit an einem Konzept als ein Ganzes. Maßnahmen enden nun nicht mehr an der Grundstücksgrenze der einzelnen Hochschulen, sondern entwickeln sich aus eben dieser nicht-fragmentierten Betrachtung. Darüber hinaus ergeben sich viele Synergien – durch gemeinsamen Austausch und gemeinsame Arbeit –, bei der die Fachkompetenzen beider Hochschulen einfließen. Der Entwurf eines möglichst autofreien Campus mit viel Aufenthaltsqualität soll unter umweltorientierten Aspekten dem Grundgedanken einer nachhaltigen Entwicklung gerecht werden.

Je nach Einzelmaßnahme liegen Zuständigkeiten und Beschlussfassungen bei verschiedenen Akteur*innen (z.B. Senat, Gebäudemanagement, Präsidium). Viele Maßnahmenvorschläge werden bereits im Mobilitätskonzept abgebildet. Die Fachabteilungen setzen diese aktiv um; die Umweltkoordinatorin und Klimaschutzmanagerin koordinieren und steuern das Projekt. Regelmäßiger Austausch findet unter den Projektleitungen und unter den Präsidien statt. Es gibt kein zentrales Budget, sondern wir verteilen die Kosten je nach Maßnahme. Es war eine bewusste Entscheidung beider Präsidien, dass es sich um ein gemeinsames Projekt zur Entwicklung und Umsetzung des Mobilitätskonzepts Grüner Campus handelt.

Projektzuständigkeit innerhalb der Präsidien:

→ Vizepräsident*innen für Personal und Finanzen

Projektleitung:

→ Universität Osnabrück: Dezernat Gebäudemanagement, Umweltkoordinatorin

→ Hochschule Osnabrück: Geschäftsbereich Gebäude und Technik, Klimaschutz- und Mobilitätsmanagerin

Externe Unterstützung:

→ Planungsbüro: Sammlung und Aufarbeitung Datenmaterial, Vorbereitung und Leitung Workshops und Akteur*innen-Gespräche

→ student. Hilfskräfte für Fragebogenerhebung

Weitere Akteur*innen:

→ AStA, Studentenwerk Osnabrück

→ Stadt Osnabrück (FB Städtebau und Verkehrsplanung), Stadtwerke Osnabrück (ÖPNV, Carsharing, Pedelec-Verleih, Elektromobilität)

→ neue überdachte Radabstellanlage für 64 Räder : Umwidmung eines Parkplatzes, bewilligte Fördermittel, ökologische Bauweise

→ Erweiterung bestehender Radabstellanlagen für 220 Räder

→ 80 TN beim Pedelec-Verleihprojekt (für Mitarbeitende beider Hochschulen) mit Stadtwerken Osnabrück

→ 40 neue Luftpumpen

→ Projekt Pendlerportal „Osnabrück nimmt dich mit“ zur Vermittlung von internen Fahrgemeinschaften mit 350 TN

→ 1 zusätzl. Carsharing-Auto auf dem Campus

→ alle zwei Wochen Austausch Umweltkoordinatorin und Klimaschutz-/Mobilitätsmanagerin

→ 45 TN beim Workshop zum Thema „Entwicklung einer nachhaltigen Mobilitätsstrategie für die Hochschule Osnabrück“

→ zwei CO2-Bilanzen zu Dienstreisen von Universität und Hochschule

→ 10 % der Wissenschaftler*innen der Universität unterzeichneten bislang die Selbstverpflichtung zur Vermeidung von Kurzstreckenflügen

→ Bedeutungszuwachs des Themas umweltfreundliche Mobilität an beiden Hochschulen

→ Formulierung Leitbild und gemeinsame Ziele

→ Verstärkung der Kommunikation und Wahrnehmung des Themas bei allen Statusgruppen durch Qualitätsoffensive

Ein „Grüner Campus“ kann natürlich nur entstehen, wenn alle wichtigen Gremien und Organisationseinheiten eingebunden sind. Den Präsidien der beiden Hochschulen kommt dabei eine wichtige Rolle zu. Sie vertreten die umweltfreundliche Neustrukturierung auch gegenüber der Stadt Osnabrück, der Ausrichtung des Nahverkehrsplans und Vertreter*innen der Verkehrsgemeinschaft (VOS) sowie den Stadtwerken. Das Gebäudemanagement sowie die Umweltkoordination und das Klimaschutzmanagement koordinierten die Konzepterstellung.

Die Erstellung und Umsetzung des Mobilitätskonzepts setzt auf die Beteiligung aller Akteur*innen. Wir haben das Konzept Grüner Campus in einem partizipativen Prozess mit Beteiligten beider Hochschulen erarbeitet. AStA-Vertreter*innen und andere Akteur*innen wie das Studentenwerk waren wichtige Prozessbeteiligte. Die hochschulöffentliche Präsentation des Konzepts mit der Vorstellung der geplanten Maßnahmen ermöglichte allen Studierenden sich zu beteiligen. Weitere studentische Beteiligungsmöglichkeiten ergeben sich je nach Maßnahmen-Baustein individuell (z.B. Thema ÖPNV) – und kommen im Rahmen ihrer wissenschaftlichen Ausbildung oder auch im Rahmen ihres Engagements zum Ausdruck. Für die nahe Zukunft planen wir Workshops und Ideensammlungen im Rahmen eines Online-Verfahrens.

→ Mai bis Juni 2017: Vorgespräch, Arbeitsauftrag durch Präsidium, Bereitstellung Finanzmittel

→ Juli bis Aug. 2017: Auswahl Planer*innen, Auftaktgespräche, Projektvorbereitung

→ Sept. bis Okt. 2017: Grundlagenermittlung, Datenerhebung

→ Sept. 2017 bis Feb. 2018: Bestandsaufnahme, -analyse und Bedarfsermittlungen

→ Nov. 2017 bis Feb. 2018: Verkehrszählung und Befragung der Nutzer*innen-Gruppen

→ März bis Juni 2018: Expert*innen-Gespräche

→ Juli bis Aug. 2018: Erstellung und Abstimmung des Mobilitätskonzepts

→ Sept. bis Okt. 2018: Abschlussbericht und öffentliche Präsentation

„In Zeiten, in denen die Relevanz von Klimaschutzthemen unstrittig ist, senden wir mit Maßnahmen zur umweltfreundlichen Gestaltung der Mobilität auf dem Campus sicherlich die richtigen Signale.“ (Dr. Wilfried Hötker, Vizepräsident für Personal und Finanzen der Universität)

„In erster Linie geht es darum, die Aufenthaltsqualität zu erhöhen. Wir wollen einen grünen und lebenswerten Campus, den man gut erreichen kann. Mit entsprechenden Maßnahmen wollen wir zum Verzicht auf das Auto motivieren.“ (Dr. Kai Handel, hauptberuflicher Vizepräsident für Organisation und Management der Hochschule)

„Wir hoffen, dass die Änderungen am Campus einen Anreiz schaffen, dass mehr Studierende das Fahrrad für den Weg zur Hochschule und Universität nutzen. Wünschenswert wäre es, wenn sich diese Änderungen auch im Verkehrskonzept der Stadt widerspiegeln, sodass der gesamte Weg für Studierende attraktiver und sicherer wird.“ (Hochschule, studentische Initiative NEO)

Für die anderen Standorte beider Hochschulen übernehmen wir sicherlich viele der Maßnahmen automatisch, trotzdem ist es sinnvoll, auch diese Standorte genauer unter die Lupe zu nehmen. Die Beteiligungsmöglichkeiten an der Ausgestaltung der konkreten Maßnahmen möchten wir für Studierende und Mitarbeitende durch unterschiedliche Formate (Onlineverfahren, Workshops usw.) weiter intensivieren, damit wir unsere Maßnahmen nicht an den Nutzenden vorbeiplanen, sondern uns an deren tatsächlichen Bedürfnissen orientieren. Austausch und Kommunikation sind dabei nicht nur innerhalb der Hochschulen und miteinander wichtig, sondern auch die Vernetzung in der Stadt, im Landkreis und auch unter anderen Hochschulen generiert neue Impulse und stößt Veränderungen an.

Bisherige Erfolge

  • Das gemeinsame Konzept und das verabschiedete Leitbild sorgen für eine deutliche Beschleunigung der Umsetzung der Einzelmaßnahmen
Initiiert von

  • Verwaltungsmitarbeitenden
  • Hochschulleitung
Die Hochschule in Zahlen

  • 13.900 Studierende, 1.800 Beschäftigte, 9 Fachbereiche (Universität)
  • 14.300 Studierende, 1.350 Beschäftigte, 5 Fakultäten (Hochschule)

Besteht seit: Konzepterstellung Juli 2017 bis Oktober 2018, Umsetzung bis heute

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