Mobilitätsplattform

Eidgenössische Technische Hochschule Zürich

Foto: ETH Zürich

Um nachhaltige Mobilität an der ETH Zürich zu fördern, lancierten wir im Frühjahr 2016 die Mobilitätsplattform. Diese koordiniert in den Bereichen Campusmobilität, Dienstreisen und Hindernisfreiheit laufende Aktivitäten und initiiert in Zusammenarbeit mit der Forschung und operativen Einheiten neue Projekte.

Die Rahmenbedingungen des Bundes verpflichten uns zum verantwortungsbewussten Umgang mit Ressourcen und der Umwelt. Daher ist Nachhaltigkeit zentral in der Strategie der Hochschule verankert. Die ETH Zürich bildet zudem diejenige Generation der Zukunft aus, die sich für eine nachhaltige Entwicklung einsetzt. Auf ihrem Campus lebt die Hochschule die Prinzipien der Nachhaltigkeit, indem sie diese in Entscheidungen integriert.

Um die Reduktion der CO2-Emissionen und des Energieverbrauchs in den Bereichen Campusmobilität und Dienstreisen zu stärken, hat der Vizepräsident für Infrastruktur, Prof. Ulrich Weidmann, im Frühjahr 2016 die Mobilitätsplattform lanciert. Die Mobilitätsplattform bietet Koordination und stellt die zentrale Anlaufstelle für Themen rund um die betriebliche Mobilität dar.

Eines der vorrangigen Themen ist die Reduktion der verursachten Treibhausgasemissionen (THG), die wir im Gebäudebereich bereits durch technische Maßnahmen entscheidend gesenkt haben. Um die Entwicklung datenbasiert beurteilen zu können, erheben wir seit 2006 den THG-Austoß von Dienstreisen. Mit einem Anteil von mehr als 50 % an den gesamten THG-Emissionen der Hochschule fallen dienstliche Flugreisen wesentlich ins Gewicht. Dass technische Entwicklungen die CO2-Emissionen von Flugreisen deutlich senken, ist aktuell nicht absehbar. Wir erreichen eine THG-Reduktion nur, wenn wir das Reiseverhalten ändern. Aufbauend auf einem Rahmenkonzept hat die Hochschulleitung im Frühjahr 2017 das Projekt „Stay grounded – keep connected“ gestartet, um THG-Emissionen aus Dienstflugreisen zu senken. Damit haben wir die Herausforderung der Reduktion von Flugreisen im Wissenschaftsbetrieb aktiv aufgegriffen und konkrete Reduktionsziele sowie Maßnahmen erarbeitet.

→ Reduktion der THG-Emissionen und des Energieverbrauchs in den Bereichen Campusmobilität und Dienstreisen

→ Bereitstellung von Mobilitätsangeboten für ETH-Angehörige

→ Umsetzung der Vorgaben des „Klimapakets Bundesverwaltung“: u.a. bis Ende 2030 Reduktion der THG-Emissionen um 50 % ggü. 2006, Anteil elektrisch betriebener Fahrzeuge an Neuzulassungen bis 2022 mind. 20 %, Beschaffungsvorgabe für Personenwagen max. CO2-Ausstoss von 95 g / km, Reduktion CO2-Emissionen aus Flugreisen pro Kopf um ca. 11 % bis 2025 ggü. Durchschnitt 2016-2018

→ Maßnahmen zugunsten von Personen im Rollstuhl oder Personen mit Gehbehinderung

Die Mobilitätsplattform bündelt als zentrale Anlaufstelle zu Mobilitätsthemen Anfragen und koordiniert diese in Absprache mit den relevanten Stellen. Eine Fülle von Mobilitätsangeboten für ETH-Angehörige und das Projekt zur Reduktion von Flugreisen zielen auf eine Sensibilisierung und eine messbare Emissionsminderung ab. Im Aktivitätsfeld „Campusmobilität“ steht die Mobilität von und zur ETH Zürich sowie zwischen den Standorten im Fokus. Die Mobilitätsplattform engagiert sich für nachhaltige, d.h. CO2-arme Mobilitätslösungen. Dies beinhaltet die Mitarbeit in Gebietsplanungen sowie das Lancieren von neuen oder verbesserten Dienstleistungen, u.a. im Bereich Elektromobilität und Veloverkehr.

Die Mobilitätsplattform ist im Bereich des ETH-Vizepräsidenten für Infrastruktur angesiedelt. Die Plattform ist für das Mobilitätsmanagement der Hochschule verantwortlich. In den Schwerpunktfeldern Flugreisen-Reduktion sowie Campusmobilität und Hindernisfreiheit initiieren, koordinieren und setzen wir Projekte und Maßnahmen in Zusammenarbeit mit internen und externen Akteur*innen um. Die Plattform agiert und kommuniziert sowohl national als auch international und treibt den Informationsaustausch und die Kooperationen zu Mobilitätsthemen voran.

Projekt „Stay grounded – keep connected“ zur Reduktion der Emissionen aus Flugreisen der ETH-Angehörigen:

→ Ausgangslage: dienstliche Flugreisen sind für mehr als 50 % der THG-Emissionen der ETH Zürich verantwortlich

→ erreichte Personen: partizipativer Prozess mit den ETH-Angehörigen, nationales und internationales Netzwerk, Vorreiterrolle, große nationale und internationale Sichtbarkeit

→ Reduktionsziel: Pro-Kopf-Reduktion um ca. 11 % bis 2025 ggü. Durchschnitt der Jahre 2016-2018 (effektive Reduktion ohne Kompensation und Effizienzsteigerung der Airlines)

→ Maßnahmenkatalog: u.a. nachhaltige Reiseplanung, Zug statt Flug, virtuelle Konferenzen, CO2-Steuer (Einnahmen werden in Lehre, Forschung oder Nachwuchsförderung mit Fokus auf CO2-reduzierende Themen investiert), Monitoring der Emissionsentwicklung

→ Events: Infoveranstaltung 2017, Forum mit Vorträgen und Workshops 2020

Angebote für ETH-Angehörige im Bereich Campusmobilität1:

→ Elektro-Shuttlebus „ETH eLink“: Verbindung Zentrum – Hönggerberg, ca. 1 Mio. Fahrgäste/a

→ Fahrzeugflotte mit ca. 25 % E-/Hybrid-Antrieb

→ Sharing: E-Velos, E-Scooter, Zusammenarbeit mit Mobility und Europcar

→ Elektroladeinfrastruktur, Veloabstellplätze, -pumpen, -boxen, -werkstatt (öffentlich)

→ Verbesserung der Veloroute ETH Zentrum – Hönggerberg (in Kooperation mit Stadt Zürich)

Als öffentlich finanzierte Hochschule nehmen wir unsere Verantwortung wahr, mit der Entwicklung von Konzepten und Lösungsansätzen einen sichtbaren und messbaren Beitrag zur Mobilitätswende zu leisten und damit Impulse für Wissenschaft, Politik, Gesellschaft und Wirtschaft zu setzen. Durch konkrete Angebote erhalten die ETH-Angehörigen einfachen Zugang zu innovativen Dienstleistungen, die sie erproben und auch in ihren privaten Alltag integrieren können. Das Flugreisen-Projekt erzeugt Bewusstsein für die Herausforderungen und Chancen im Kontext mit Reiseentscheidungen und hat national und international große Vorbildwirkung. Mit der Idee, Flug­reisen zu reduzieren, stellt sich die Hochschule offensiv den damit einhergehenden Zielkonflikten: Die wissenschaftliche Exzellenz lebt vom internationalen Austausch, dieser sollte aber umwelt- und ressourcenschonend erfolgen.

Die Mobilitätsplattform ist seit ihrer Gründung bei der Hochschulleitung im Bereich des ETH-Vizepräsidenten für Infrastruktur angesiedelt. Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit den wissenschaftlichen und operativen Einheiten der Hochschule.

Im Bereich Campusmobilität besteht ein reger Kontakt mit dem Veloverein der Studierenden VELVE sowie dem Student Project House. Die Reduktion der Flugreisen betrifft die Mitarbeitenden und die Studierenden im Rahmen des Curriculums. Die Studierendenvertretung ist außerdem in der Projektsteuerung repräsentiert und durch Treffen und Informationsveranstaltungen involviert.

Campusmobilität

→ Mitarbeit in Gebietsplanungen „Masterplan ETH Campus Hönggerberg 2040“, „Hochschulgebiet Zürich Zentrum“ (laufend)

→ Verbesserung der Veloroute zw. Standorten

→ seit 3. Quartal 2020: Elektrifizierung der Busverbindung (ETH eLink)

→ laufende Elektrifizierung der ETH-Fahrzeugflotte und Ausbau der Elektroladeinfrastruktur

→ laufende Umsetzung von Maßnahmen zur barrierefreien Mobilität

Flugreisen-Projekt

→ 2016: Rahmenkonzept

→ Frühjahr 2017: Beginn partizipativer Prozess zur Erarbeitung von Reduktionszielen und Maßnahmen

→ 2018: Festlegung des Reduktionsziels

→ 2017/18: Aufbau des neuen Monitoringsystems zur Verbesserung der Datenqualität

→ seit 2019: Umsetzung Reduktionsziele und Maßnahmen, inklusive Monitoring

→ laufend: Webseite, Factsheets, Hintergrunddokumente, FAQ

→ 2018: Kommunikationskonzept

→ 2021: Abschluss des Dissertationsprojekts zur Begleitforschung des Flugreisen-Projekts

„Die Wissenschaft genießt hohes Vertrauen in Gesellschaft und Politik, zugleich erwarten diese aber von den Universitäten, dass sich die wissenschaftlichen Postulate auch im Verhalten der Forscher*innen spiegeln. Wenn die Postulate und das Verhalten zu weit auseinandergehen, ist unsere Glaubwürdigkeit gefährdet.“ (Prof. Dr. Ulrich Weidmann, ETH-Vizepräsident für Infrastruktur über das Flugreisen-Projekt)

„Das ETH-Projekt findet in Hochschulkreisen und in der Wirtschaft Beachtung: Sowohl in der Schweiz als auch international haben sich in den vergangenen zwei Jahren institutionelle Netzwerke von Universitäten gebildet, die alle den CO2-Ausstoss dienstlicher Flugreisen senken wollen.“ (Dr. Susann Görlinger, Co-Leiterin Mobilitätsplattform und Leiterin des Flugreisen-Projekts)

Der Ausbau virtueller Arbeitsmöglichkeiten und des Homeoffice bietet ein lukratives Potential für die Verkehrsvermeidung. Weiterhin ist im Bereich Campusmobilität die weitere Stärkung der emissionsarmen Mobilität, v.a. durch den ÖPNV und den Langsamverkehr, ein wichtiges Ziel.

Ein Ziel des Flugreisen-Projekts ist es, dass alle Bereiche der ETH Zürich ihre Maßnahmen zur Reduktion von Flugreisen implementieren („Mainstreaming“). Eine zentrale zukünftige Aktivität im Flugreisen-Projekt stellt die Sammlung und Verfügbarmachung von Best Practice-Beispielen der Flugreisen-Reduktion dar. Damit nimmt die Projektleitung u.a. den Input von Teilnehmer*innen am „Forum“ 2020 auf. Wir wollen Reisende zur Auswahl des ökologisch sinnvollsten Verkehrsmittels motivieren und durch entsprechende Rahmenbedingungen darin unterstützen. Als aktivierende Botschaften möchten wir „Testimonials“ in Form von Video-Clips produzieren.

Bisherige Erfolge

  • Angebote für ETH-Angehörige im Bereich Campusmobilität, z.B. Elektro-Shuttlebusverbindung „ETH eLink” zwischen den Standorten, Sharing-Angebote, Verbesserung Veloinfrastruktur
  • Projekt „Stay grounded – keep connected“ zur Reduktion von Flugreisen der Hochschulangehörigen
Initiiert von

  • Hochschulleitung
Die Hochschule in Zahlen

  • 22.200 Studierende, 9.845 Vollzeitäquivalente für Beschäftigte, 16 Fakultäten

Besteht seit: Frühjahr 2016

Kontaktdaten für Interessierte

Institution: Eidgenössische Technische Hochschule Zürich
Bereich: Betrieb, Governance, Transfer
Ansprechpartner*innen: Dr. Susann Görlinger und Urs Nussbaum, außerdem: mobilitaetsplattform@ethz.ch

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