Umwelt-Campus Birkenfeld

Hochschule Trier

Foto: Ch.-Mueller-Doennhoff

Der Umwelt-Campus Birkenfeld ist im führenden Nachhaltigkeitsranking GreenMetric seit drei Jahren Deutschlands grünste Hochschule und belegt weltweit Platz 6. Unter dem Motto » Nachhaltig. Innovativ. Digital. « verfolgen wir einen ganzheitlichen Ansatz, der alle Bereiche der Hochschule einbezieht und dabei neben Effizienz und Konsistenz auch die Suffizienz im Blick hat.

Bereits im Gründungsauftrag des Umwelt-Campus Birkenfeld sind Bildung für nachhaltige Entwicklung und ein ganzheitlicher, interdisziplinärer Ansatz im Sinne der Kreislaufwirtschaft fest verankert. Das Green-Campus-Konzept des Hochschulstandorts Birkenfeld dient als Vorbild für die nachhaltige Veränderung einer Konversionsfläche in eine Hochschule. Beim Umbau des ehemaligen Militärlazaretts und der Erweiterungsbauten der Hochschule kamen die unterschiedlichsten ökologischen Materialien, insbesondere Holz, zum Einsatz. Bei der Planung von Anlagen- und Gebäudetechnik setzen wir stets auf innovative und modernste Technik. So ist der Umwelt-Campus die erste » Zero Emission University « Europas, denn Wärme und Strom für die Liegenschaft stammen vollständig aus erneuerbaren Energien. Diese Ausgangssituation ist für uns Motivation und Verpflichtung, Nachhaltigkeit ganzheitlich umzusetzen und dabei besonders auf die Impulse und Beteiligung von Studierenden zu setzen.

Der Umwelt-Campus Birkenfeld soll als Vorbild dienen. Wir entwickeln ihn als Best Practice für Nachhaltigkeit an Hochschulen kontinuierlich weiter. Dabei verfolgen wir einen ganzheitlichen Ansatz, der Lehre, Forschung, Betrieb, Governance und Transfer beinhaltet. Unsere Studierenden lernen, leben und gestalten Nachhaltigkeit an der Hochschule mit und tragen nach dem Studienabschluss zur nachhaltigen Transformation der Gesellschaft bei.

Die Bezüge zu Suffizienz ergeben sich in fast allen Bereichen der Hochschule. Einige Beispiele verdeutlichen das.

→ Zusammenspiel von Forschung und Betrieb: Wir realisierten wichtige Einsparungspotentiale – in den Hörsälen und Büros beispielsweise durch das Forschungsprojekt » Ressourceneffizienz im Gebäudebetrieb durch Nutzerintegration und Automation (Regena) «. Ziel des Forschungsprojekts war die konzeptionelle Entwicklung und Evaluierung geringinvestiver Maßnahmen zur energetischen Betriebsoptimierung im Hochschulbereich. Im Zuge des Projekts unterrichteten wir die Angestellten und Studierenden in Informationsveranstaltungen und Schulungen über aktuelle Forschungserkenntnisse. Dort lernten sie, im Arbeitsalltag schonend mit den benötigten Ressourcen umzugehen.

→ Lehre, Forschung und Governance: Durch den Einsatz von Videokonferenzen vermeiden wir Dienstreisen zwischen verschiedenen Standorten der Hochschule, zu Projektpartner*innen und Partneruniversitäten. Für verbleibende Dienstreisen nutzen wir vorrangig die Bahn. Auf dem Campus stehen zudem Elektrofahrzeuge zur Verfügung. Flugreisen werden nur für internationale Ziele genehmigt. Mit Baumpflanzaktionen kompensieren wir darüber hinaus teilweise verkehrsbedingte Emissionen.

→ Lehre, Forschung und Transfer: Unter dem Motto » Nachhaltig. Innovativ. Digital. « haben wir mit der Expertengruppe Internet of Things (IoT) des nationalen Digital-Gipfels die IoT-Werkstatt entwickelt, die Digitalisierung, Aufklärung der Gesellschaft und Klimaschutz für jeden begreifbar macht. Gemeinsam mit Partnerschulen behandeln wir regelmäßig Nachhaltigkeitsthemen in der Kinder-Uni und bei Klimaschutzkonferenzen. Öffentliche Ringvorlesungen, Ausstellungen und Fotowettbewerbe thematisieren die Sustainable Development Goals und bieten Anregungen für einen nachhaltigeren Lebensstil.

Der Nachhaltigkeitsbeauftragte initiiert und koordiniert die Nachhaltigkeitsaktivitäten am Umwelt-Campus. Die Hochschulleitung, der Nachhaltigkeitsrat und das studentische Green Office unterstützen ihn.

Wir haben am Umwelt-Campus Birkenfeld eine ganzheitliche Nachhaltigkeitsstrategie etabliert, die wir in allen Bereichen der Hochschule leben. Mit studentischer Unterstützung erfolgt eine regelmäßige Nachhaltigkeitsberichterstattung, die wir aktuell um eine Entsprechungserklärung nach dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex an Hochschulen (Hochschul-DNK) ergänzt haben. Suffizienz ist für uns eine wesentliche Strategie der Umsetzung nachhaltiger Entwicklung an der Hochschule. In Forschung und Transfer ist Suffizienz darüber hinaus ebenfalls ein zentrales Anliegen. Über die regelmäßig vereinbarten und umgesetzten Nachhaltigkeitsziele sowie das etablierte Green Office beschreiten wir einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess. Weitergehende Informationen mit Zahlen, Daten und Fakten finden sich in den Nachhaltigkeitsberichten des Umwelt-Campus.

Nicht nur das studentische Engagement für Nachhaltigkeit nimmt weiterhin zu, sondern auch die Integration in Lehre, Forschung und Transfer ist über zahlreiche Projekte richtungsweisend. Als Beispiel sei die Beteiligung des Umwelt-Campus an der Regionalen Netzstelle für Nachhaltigkeitsstrategien RENN.west genannt. Über RENN.west haben wir uns mit zahlreichen zivilgesellschaftlichen Nachhaltigkeitsinitiativen vernetzt und erreichten über die Kampagne » Ziele brauchen Taten « Menschen, die sich bislang noch nicht mit einem nachhaltigen Lebensstil befasst haben.

Das Leitbild der Hochschule beinhaltet eine Verpflichtung zur Nachhaltigkeit. Die Leitlinien zur Nachhaltigkeit für den Umwelt-Campus konkretisieren diese. Regelmäßig beschließt der Nachhaltigkeitsrat neue Ziele und bewertet deren Einhaltung. Somit ist ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess etabliert, der durch die oben beschriebenen Strukturen unterstützt wird.

Studierende können sich über die studentischen Gremien, das Green Office, die Teestube sowie mit Projekten in Lehre und Forschung auf vielfältige Art und Weise beteiligen. Studentische Gremien wie AStA und Fachschaften setzen sich für alle ökologisch motivierten Projekte auf dem Campus ein, unterstützen das Green Office und gestalten das Campusleben aktiv mit, z.B. durch:

→ Carsharing und Foodsharing-Gruppen,

→ das Aufstellen und Betreuen von Krötenzäunen,

→ die Organisation von » Dreck-weg-Tagen «,

→ die » Apfel-Sammeltage «, wobei mit dem Obst- und Gartenverein Hoppstädten-Weiersbach eigener Apfelsaft gekeltert wird,

→ Campus-Gardening, insb. die Zuteilung der Parzellen und das Bereitstellen von Gartengeräten,

→ die Teilnahme an Demonstrationen, z.B. Fridays for Future und Hambacher Forst.

Das Green Office dient als Anlauf- und Schnittstelle für nachhaltige Projekte: für Studierende, Mitarbeitende und Lehrende. Es realisiert u.a. vegane Frühstücke, Kleidertauschpartys, Filmabende in Kooperation mit den Green Offices Landau und Kaiserslautern und eine Teestube. In Letzterer wird seit 1996 Fairtrade-Tee und -Kaffee angeboten; zudem gibt es Produkte von regionalen Unternehmen sowie eine Partnerschaft mit der Regionalmarke » SooNahe – Gutes von Nahe und Hunsrück «.

Alle Studierenden erhalten zum Studienstart wiederverwendbare Trinkflaschen, die sie kostenlos an Wasserspendern befüllen können. So vermeiden wir Plastikabfall. Wer eigene Tassen mitbringt, spart in der Teestube und beim Kaffeeausschank.

→ 1996: Aufnahme des Lehrbetriebs

→ 2000: Umwelt-Campus wird mit seinem Zero-Emission-Konzept Außenstandort der EXPO Hannover

→ 2001: Gründung des Instituts für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS)

→ 2004: Veröffentlichung erster Umweltbericht

→ 2008: Auszeichnung im Wettbewerb » Deutschland – Land der Ideen «

→ 2012: Platz 1 als grünste Hochschule Deutschlands im Hochschulranking von Utopia

→ 2017: Award-Gewinner für das Zero-Emission-Konzept in der Kategorie » Campus Planning and Management Systems « des International Sustainable Campus Network (ISCN)

→ 2018: Auszeichnung im Weltaktionsprogramm BNE in Deutschland als BNE-Lernort (Stufe 3/3)

→ 2018/2019: Platz 6 weltweit und Platz 1 in Deutschland im GreenMetric-Ranking

→ 2020: Veröffentlichung der ersten Entsprechungserklärung zum Hochschul-DNK

→ 2021: Einladung als grünste Hochschule mit der IoT-Werkstatt und dem Blauen Engel für Software und Rechenzentren zur » Woche der Umwelt « beim Bundespräsidenten

» Nachhaltigkeit bedeutet für mich, dass wir als Hochschule Verantwortung für die Ausbildung zukünftiger Führungskräfte übernehmen und mit der Vermittlung des erforderlichen Fachwissens zur Umsetzung der Sustainable Development Goals der Agenda 2030 beitragen. « (Prof. Dr. Klaus Helling, Dekan Fachbereich Umweltwirtschaft / Umweltrecht)

» One day when I ask myself: What have I done in my life? I can be proud, because I performed my actions towards the well being and the protection of our planet in terms of work, knowledge, education and research. The IMAT master enables that capacity and enhanced my passion. « (Navoda Senanayake, Masterstudent International Material Flow Management)

» Nachhaltigkeit muss man machen! Wir haben uns wie jedes Jahr im März darum gekümmert, dass der Krötenzaun rechtzeitig aufgebaut war. Tatsächlich dauerte es zwei Wochen, bis die ersten Kröten in den Eimern landeten. Im Herbst 2018 haben wir drei Apfelsammeltage durchgeführt und zusammen mit dem Obst- und Gartenbauverein Hoppstädten-Weiersbach etwa 180 l eigenen Apfelsaft gekeltert. « (Eric Graf und Niklas Tölle, AStA-Umweltreferat am Umwelt-Campus)

» Nachhaltigkeit bedeutet für uns, dass alle Hochschulmitglieder an der nachhaltigen Entwicklung teilhaben können und umweltschonendes sowie sozialverträgliches Handeln gefördert und gefordert wird. « (Team des Green Office)

Der Umwelt-Campus Birkenfeld hat noch viele Ideen auf dem Weg zu einer nachhaltigen Hochschule. Wir möchten die Vision » Zero-Emission « noch umfassender umsetzen. Dies betrifft z.B. die Kreislaufwirtschaft (z.B. plastikfreier Campus), Null-Emissionslösungen für Wasserversorgung und Abwasserbehandlung sowie CO2-neutrale Mobilitätslösungen. Wir möchten in Netzwerken deutscher und internationaler Hochschulen, die Nachhaltigkeit ganzheitlich etablieren möchten, eine führende Rolle spielen. Darüber hinaus entwickeln wir die Studienangebote und die Forschungsschwerpunkte kontinuierlich weiter, wobei die internationale Zusammenarbeit wertvolle Impulse liefert.

Bisherige Erfolge

  • Veröffentlichung von Umwelt- und Nachhaltigkeitsberichten unter Einbeziehung von Studierenden seit 2004
  • Auszeichnungen: Top-Platzierungen im Utopia– und im GreenMetric-Ranking, Award des International Sustainable Campus Network 2017, BNE-Lernort im WAP BNE 2018/2019
  • Entsprechungserklärung zum Deutschen Nachhaltigkeitskodex an Hochschulen im März 2020
Initiiert von

  • Lehrenden / Forschenden
  • Studierenden

Besteht seit: 1996

Kontaktdaten für Interessierte

Institutionen: Umwelt-Campus Birkenfeld der Hochschule Trier
Bereich: Forschung, Lehre, Betrieb, Governance, Transfer, Green Office & studentisches Engagement, Suffizienz
Ansprechpartner*innen: Prof. Dr. Klaus Helling, +49 (0)6782 171307

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