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Sächsischer Dialog auf der regio n

Der dritte Tag der diesjährigen Konferenz, also Samstag, der 7. November, wurde dem Format Regio N, also für regionale Vernetzungstreffen eingeräumt. Wir trafen uns als Regio N mit Akteur*innen der Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

So zumindest der Plan – im Vorfeld hatten sich unter anderem Studierende aus Dessau, Weimar und Jena angekündigt, letztlich stellten wir in unserem Online-Konferenzraum nur die Präsenz von Vertreter*innen der beiden großen sächsischen Städte fest: Angehörige der Universität Leipzig, die sich als Arbeitsgruppe Nachhaltige Universität (kurz AGNU) organisieren, sowie Studierende der Technischen Universität Dresden und deren Nachhaltigkeitsinitiative, die TU-Umweltinitiative (kurz tuuwi). Dadurch wurde aus dem mitteldeutschen Vernetzungstreffen unfreiwillig ein sächsischer Dialog, dem man jedoch gerade deshalb sehr viel abgewinnen konnte: Wir hatten so die Möglichkeit, über konkrete Pläne und Ideen zu reden. Ein vermehrter Austausch zwischen unseren Gruppen wird schon seit über einem Jahr angestrebt.

Trotz unterschiedlicher Ausgangslagen der beiden Gruppierungen – die junge AGNU mit circa 15 Mitgliedern bringt seit 2 Jahren frischen Wind in die Leipziger Universitätskultur, während die Tuuwi mit circa 30 Mitgliedern letztes Jahr ihr 30-jähriges Jubiläum zelebrierte – stellten wir viele Gemeinsamkeiten in aktuellen Bestrebungen fest. So stellte sich heraus, dass beide Gruppen die Schaffung eines Nachhaltigkeitsbüros an ihrer Universität im Rahmen der europaweiten Green-Office-Bewegung anstreben. Dadurch entstand direkt das erste positive Ergebnis: Um uns gegenseitig auf einen detaillierten aktuellen Stand zu bringen und Kompetenzen zu teilen, ist ein digitales Vernetzungstreffen zwischen den Initiatoren der Nachhaltigkeitsbüros noch diesen Monat geplant.

Das Vernetzungstreffen hatte auch spielerische Seiten: Um unsere Zusammenarbeit zu stärken, konnten wir zu einer von uns selbst gewählten Kampagne ein Konzept ausarbeiten – innerhalb eines Zeitraums von 7 Minuten und kreativ mit Kampagnen-Titel, Gedichten und Hashtags. Bei einem Highspeed-Brainstorming entstehen oft die besten Ideen und der Spaß kommt nicht zu kurz. Gesagt, getan, wählten wir – mehr oder weniger als logische Konsequenz unserer sächsischen Zusammengehörigkeit – die Novellierung des Sächsischen Hochschulfreiheitsgesetzes (kurz SächsHSFG). Das SächsHSFG ist der verbindliche rechtliche Rahmen für die Organisation und den Betrieb der sächsischen Hochschulen und regelt deren Strukturen und Prozesse. Bis auf sehr geringfügige Änderungen in den letzten Jahren, existiert das SächsHSFG in seiner jetzigen Fassung seit 2013 (Quelle: http://www.lexsoft.de/cgi-bin/lexsoft/justizportal_nrw.cgi?xid=3486996,1). Die Schnelllebigkeit und Dynamik des Welt- und Hochschulgeschehens hat zur Folge, dass ein solches Rechtsdokument in kürzester Zeit veraltet und dringend notwendige Vorgaben und Regelungen zu aktuellen Problematiken auslässt. Das betrifft beispielsweise Digitalisierung oder eben auch Nachhaltigkeit. Wir sind der Meinung, dass das Hochschulfreiheitsgesetz den Umwelt- und Klimaschutz zur Priorität an sächsischen Hochschulen machen muss. Im Berliner Hochschulgesetz ist dies seit 2019 der Fall. Inspiriert davon, führten wir unseren 7-Minuten-Kampagnen-Spiel durch. Dabei entstand beispielsweise dieses Gedicht:

“Im Gesetz der sächs’schen Hochschulfreiheit

Was fehlt? Na klar, die Nachhaltigkeit.

Eine Novellierung ist an der Zeit,

mehr Klimaschutz – wir sind bereit!!”

Im Kontakt mit anderen Akteur*innen möchten wir eine Beteiligung an der Novellierung des SächsHSFG planen und anstoßen. Wir versuchen uns mit unserer spezifischen Expertise in diesen Prozess einzubringen. Öffentlichkeitsarbeit kommt dabei eine wichtige Rolle zu, um weitere Unterstützer*innen zu gewinnen und den Erfolg einer Novellierungskampagne zu forcieren. In einer möglichen Social-Media-Aktion findet das Gedicht sicher einen guten Platz!

Insgesamt war das Treffen also sehr produktiv und anregend. Wir hoffen in den nächsten Regio-N-Treffen auch Gleichgesinnte aus anderen Hochschulen begrüßen zu dürfen. Das bietet Vorteile für alle. Durch Vernetzung werden all unsere Bestrebungen stärker und wirksamer und das auf allen Ebenen: Universität, Land, Bund. Das Netzwerk N schafft für diese Zwecke optimale Bedingungen. Dafür sind wir sehr dankbar!